Meine Projekte
Mein Hauptprojekt in meiner Zeit in den Dominikanischen Republik wird die Arbeit im Centro Communal im Viertel San Jose de Villa sein. Nebenbei habe ich aber auch noch die Möglichkeit im Rahmen von Zusatzprojekten andere Einrichtungen zu besuchen und dort für jeweils einen halben Tag zu hospitieren. Ich habe mich dazu entschlossen, diese sogenannten 4 plus 1 Projekte im Hogar Crear, einer Wohn- und Drogen-Rehabilitationgemeinschaft in Nagua, und im Hospital in Matancitas abzuleisten. Im Folgenden werde ich die Projekte erläutern und versuchen zu erklären, welche Arbeit ich dort leiste und was ich dort bisher für Eindrücke gesammelt habe.
Die Sala de Tareas in San Jose de Villa
Centro Communal San Jose de Villa
Das Viertel San Jose de Villa liegt im Süden der Stadt Nagua und war sehr lange berühmt, berüchtigt für seine Armut, Kriminalität und schlechten Lebensverhältnisse. Inzwischen befindet sich die Gegend auf einem bessern Weg, doch die Nachbarschaft ist immer noch stark auf Unterstützung angewiesen. Noch immer herrscht hier sehr große Arbeits- und Perspektivlosigkeit und viele Menschen leben täglich am Existenzminimum.
Direkt neben der Schule, inmitten des Viertels, liegt das Centro Communal. Hier versuchen engagierte Dominikaner und Freiwillige ihren Nachbarn und Freunden ein Freizeitangebot zu bieten und vorallem den Kindern der Gegend Bildungs- und Freizeitangebote nahe zu bringen. Es gibt hier eine winzige Bibliothek, einen täglichen Englischkurs, einen Deutschkurs von mir und meinen Mitfreiwilligen, einen kleinen Computerkurs mit gespendeten Computern und eine Hausaufgabenbetreuung inklusive Freizeitgestaltung für Schulkinder "Sala de Tareas", die den größten Teil meiner Arbeit im Centro Communal stellen wird.
Sala de Tareas " Saal der Aufgaben"
Viele der Kinder, die diese Hausaufgabenbetreuung besuchen, können,obwohl sie schon in Klasse 2 bis 4 sind nicht lesen, keine Buchstaben erkennen oder schreiben. Viele tuen sich auch sehr schwer mit einfachen motorischen Aufgaben, wie dem Ausmalen von vorgemalten Formen.
Das Dominikanische Schulsystem gilt als sehr schlecht. Die Schüler haben höchstens 4 Stunden Unterricht am Tag und der Unterrichte fällt sehr häufig aus. Die Lehrer sind zudem schlecht bezahlt und äußerst schlecht ausgebildet, so dass viele Kinder in den großen Klassen kaum etwas lernen können und sie großer Hilfe bedürfen, um wenigsten einfachste Hürden wie Lesen oder Schreiben zu nehmen.
2 mal 3 Stunden am Tag versuche ich also mit Hilfe einer weiterern Betreuerin den Kindern bei ihren Aufgaben zu helfen, das nachzuholen, was in der Schule versäumt wird, und ihnen nebenbei auch noch weitere wichtige Dinge des Lebens, wie Aspekte der Hygiene, der Gesundheit und ihrer Umwelt nahezubringen. Nachdem die Kinder eine Stunde gelernt und von mir und der weiteren Betreuerin gestellte Aufgaben mit unserer Hilfe gelöst haben, organisieren wir Bewegungsspiele oder versuchen den Kindern spielerisch Aufgaben zu z.B. Mundhygiene, Gesundheit, Ernährung, Landeskunde oder Geografie zu stellen und ihnen so eine Welt zu erschließen, von der viele der Kinder bisher ausgeschloschen waren.
Nachdem ich jetzt insgesamt 4 Wochen gewartet, renoviert, Wände bemalt und Tische gestrichen habe hat die Sala de Tareas, mein Hauptprojekt, diesen Montag angefangen. Zusammen mit Rosa, einer Frau aus dem Viertel arbeite ich nun mit bis zu 25 Kindern. Mehr zu den einzelnen Thementagen findet ihr unter "Neuigkeiten"
Fussballtraining:
Nagua ist in der Dominikanischen Republik, einem Land, dass sehr vom amerikanischen Baseball geprägt wird, eine Oase des Fussballs. Der städtische Verein hat im letzten Jahr die Landesmeisterschaft gewonnen und anstatt "Pelota" dem Baseball laufen in Nagua die Kinder mit einem Fussball durch die Straßen. Auch das Centro Communal hat sich die Aufgabe gesetzt den Kindern, die den ganzen Tag auf der Straße spielen und leben im Fussball eine Quelle der Freude, des Zusammenhalts und der Bewegung zu geben. 2 mal die Woche für 2 Stunden trainiere ich Kinder im Alter von 7-12 Jahren auf dem Baseball- und Fussballplatz im Viertel San Jose de Villa. Die vielen Kinder freuen sich sehr über die Bewegung und jede Art von Spiele und so kommt es dazu, dass das Fussballtraining häufig überlaufen ist und eine Vielzahl der Kinder am Rand sitzen muss. Für die meisten ist das Spiel im Team eine tolle Erfahrung im Vergleich zu der Einsamkeit, die diese Kinder häufig in ihrern Familien und Abseits des Feldes erleben.
Hogar Crear:
Jeden Freitag nach der Arbeit im Centro Communal fahre ich mit meinem Mitfreiwilligen Andi zusammen auf unsere Passola zum Hogar Crear. Es handelt sich hierbei um eine Einrichtung, in der Männer, die in ihre Vergangenheit massive Probleme mit Drogen gehabt haben und deshalb in die Kriminalität abgeruscht sind, sich eigenständig organisieren und in einem 2 jährigen Programm den Ausstieg aus den Drogen und die Rückkehr in die Dominikanische Gesellschaft erreichen wollen.
Das Prinzip des Hogar Crears ist in der Dominikanischen Republik verbreitet und bsitzt mehrer Zweigstellen im ganzen Land
In einer strengen hirarchischen Gemeinschaft, die sich durch den Straßenverkauf von Gebrauchsutensilien fast selber finanziert, leben die mehr als 15 Männer unter einfachsten Verhältnissen. Viele dieser Männer, die zwischen 20 und 50 Jahren alt sind haben in ihrem Leben ihr Glück schon einmal in den Vereinigten Staaten oder zumindest in Puerto Rico gesucht und sind jetzt auf der Suche nach Lösungen für ihre Probleme zurück in die Dominikanische Republik gekehrt. Sie haben häufig viel zu erzählen und fragen uns viel über unser Leben und unsere Sichtweisen. Unsere Hauptaufgabe im Hogar Crear besteht darin, mit dem Männern zu reden, Domino zu spielen und ihren Erfahrungen zu lauschen.
Hospital Matancita:
Jeden Donnerstag Morgen nehme ich mir eine weitere Auszeit von der Sala-Arbeit und gehe in das 10 Minuten von unserer Wohnung gelegene Hospital von Matancita. Hier werden akute Notfälle, sowie kleinere Verletzungen und Krankheiten versorgt und zudem noch Vorträge über Gesundheit und Hygiene gehalten.
In den 4 Räumen gibt es weder fließend Wasser noch Strom und die 5 beschäftigten Ärztinnen und Krankenschwestern versuchen mit den verrücktesten Mitteln und Tricks wenigstens den Anschein zu vermitteln, einen vernünftigen Krankenhausbetrieb aufrecht erhalten zu können. Auch meine Mitfreiwillige Rabea hilft einen Tag die Woche hier. Wir sortieren Medikamente, rufen Patienten aus oder sortieren die Akten des Krankenhauses. Da in den dominikanischen Krankenhäusern auch die Lebensumstände der Bewohner erfasst werden, bekommen wir hier gleichzeitig einen guten Einblick in die zum Teil katastrophalen und schockierenden Wohnverhältnisse der Menschen.